In vielen Städten auf dem Gebiet der ehemaligen DDR waren Denkmäler zu Ehren von Wladimir Iljitsch Lenin vorzufinden, wobei die meisten dieser Erinnerungsstücke nach der Wiedervereinigung demontiert wurden. Jenes in Merseburg zählte dabei zu den größten Exemplaren.
Insgesamt maß das Werk ca. 9 Meter Höhe (inklusive Sockel). Es handelte sich um die Kopie eines in Ufa (Baschkirische ASSR) aufgestellten Denkmals und wurde als Zeichen der Freundschaft zu der autonomen Republik in Merseburg aufgestellt. Die Einweihungsfeier war am 20. Juni 1971. Lenin blickte zwanzig Jahre lang - bis zum 12. Oktober 1991 - in Richtung der baschkirischen Hauptstadt.
Anschließend wurde der gigantische Lenin liegend in einem Hangar am Flugplatz eingelagert und im Jahr 1997 an einen Privatunternehmer nach Tjuchem (Provinz Groningen; Niederlande) verkauft. Dort wird er als Kuriosität herumgereicht, reiste zum Beispiel im Jahr 2000 nach Groningen, wo man die Statue mit Kartoffeln bewerfen durfte oder 2009 nach Enschede zu einer DDR-Ausstellung, stand zuvor zeitweise am Feldrand im Dorf.
Im März 2010 wurde die Statue in ein populäres Spa nach Bad Nieuweschans (Provinz Groningen) am östlichsten Punkt der Niederlande gebracht. Die Gewichtsangaben schwanken zwischen 15 und 25 Tonnen. Richtig ist aber wohl die eines niederländischen Artikels zum Abtransport nach Enschede, der 17 Tonnen angibt. Im Dezember 2012 wurde Lenin durch die niederländische Armee zu einer Ausstellung zu Sowjetischen Mythen nach Assen transportiert, wo er bis Ende Mai 2013 in der Hauptsichtachse am Kanal stand und Besucher anlocken sollte. Dann kehrte er in das Spa zurück.
Im Jahr 2019 wechselte der Spa-Besitzer und die Statue kam nach Zuidbroek (Provinz Groningen) in ein Industriegebiet. Seit 2023 steht sie wieder in Tjuchem und befindet sich noch immer im Besitz desselben Privatunternehmers.